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Die Drachenhöhle
von Claudia Hornung
„Schau mal, Nicky!“, sagte meine Mutter stolz. „Da ist ein Bild von Ben in der Zeitung!“
Meine kleine Schwester hopste von ihrem Stuhl und rannte um den Frühstückstisch. „Zeig mal!“
„Da“, sagte meine Mutter und gab ihr die Zeitung. „Siehst du?“
Nicky konnte noch nicht lesen. „Was steht denn da drunter?“
„Unsere strahlenden Helden vor der Drachenhöhle“, las meine Mutter.
Nickys Augen wurden kugelrund. „Habt ihr den Drachen getötet, Ben?“
Ich verschluckte mich an meinem Croissant. „Nein, da war ….“ Ein Hustenanfall hinderte mich am Weitersprechen.
„Es gibt keine Drachen, Nicola!“ Meine Mutter faltete die Zeitung zusammen. Die Seite mit unserem Foto legte sie ins Regal – wahrscheinlich, um den Artikel später ins Album zu kleben.
Meine Schwester sah mich fragend an. „Stimmt das, Ben? Es gibt gar keine Drachen?“
Immer noch hustend schüttelte ich den Kopf.
Nicky war enttäuscht. „Dann seid ihr auch keine Helden …“
„Doch, das sind sie“, widersprach meine Mutter und lächelte mich an. „Sie haben sehr alte und wertvolle Münzen in der Höhle gefunden. Einen Schatz! Von dem Geld kann unsere Gemeinde ein neues Strandbad bauen. Ist das nicht toll?“
„Ein Schatz? Erzählst du mir davon?“ Bettelnd legte Nicky ihre kleine warme Hand auf meine.
Mir wurde schlecht. „Später“, würgte ich, „später vielleicht …“
Dann floh ich aus der Küche.
Ich würde Nicky nicht davon erzählen. Niemand soll erfahren, was in jener Nacht in der Drachenhöhle wirklich passiert ist. Jonas und Simon und ich – wir sind keine Helden. Keiner von uns.
Es war ein warmer Samstagabend im Juni. Wir hatten die Mopeds unter der Blutbuche abgestellt und saßen im Gras. Rauchten. Langweilten uns. Grillen zirpten und gelegentlich huschte ein neugieriges Eichhörnchen vorbei. Simon erzählte wirre Geschichten über alte Flüche, die Rückkehr der Toten und ähnlichen Müll. Er erzählt öfter solches Zeug, deshalb hörte ich ihm gar nicht richtig zu.
Bis Jonas aufsprang und mich dabei anrempelte. „Was für’n Quatsch!“, sagte er verächtlich und trat seine Zigarette aus. „Das ist doch nur wieder eine von deinen Spinnereien!“
„Es ist wahr!“, beteuerte Simon. „In der Höhle spukt es! Ich bin selbst dort gewesen.“
„DU?“ Jonas schnaubte ungläubig und Simon bekam vor Wut rote Flecke im Gesicht. „Ja, ich!“
„Ach scheiße, ich glaub dir kein Wort!“
„Lass gut sein, Jonas“, mischte ich mich ein. „Wovon redet ihr überhaupt?“
„Von der Drachenhöhle“, knurrte Simon. „Du weißt schon, die alte Höhle am Strand. Oben in den Felsen. Da drin spukt es!“
Ich erinnerte mich, dass ich davon gehört hatte. „Aber das ist doch Kinderkram?“
„Das ist überhaupt kein Kinderkram“, sagte Simon erbost. „Das ist eine uralte Legende und todernst!“
Ich stand auf und klopfte mir die Erde von den Jeans. „Dann lasst uns doch hinfahren! Warum sehen wir uns deine Höhle nicht einfach mal an?“
„Jetzt?“, maulte Jonas. „Es wird bald dunkel.“
„Na und? Hast du etwa Angst?“
„Natürlich nicht!“
„Ich komm nicht mit“, sagte Simon. „Ich geh da nicht rein. Schon gar nicht im Dunkeln!“
Die Diskussion fing an mich zu nerven. „Entweder wir gehen alle oder gar nicht! Und du hast schließlich damit angefangen. Also, was ist?“
„Okay“, sagte Jonas.
Simon nickte widerwillig. Ich schlug ihm gutgelaunt auf die Schulter. „Nimms nicht so tragisch, Mann. Wir beschützen dich schon!“
„Genau!“, bekräftigte Jonas und ließ sein Taschenmesser vor Simons Nase auf- und zuschnappen. „Dem blöden Drachen werden wir’s schon zeigen!“
„Haha“, machte Simon. „Sehr witzig …“
Als wir uns auf die Mopeds schwangen, dämmerte es bereits.
Bis wir zum Stand kamen, war der Mond aufgegangen. Wie eine riesige Laterne hing er über dem Meer und tauchte die Wellen in silbernes Licht. Vereinzelte Glühwürmchen stoben über die Dünen, als wir abstiegen und die Helme abnahmen. Der Nachthimmel war wolkenlos.
„Richtig romantisch“, grinste Jonas. „Wir hätten lieber die Mädels mitbringen sollen ...“
Mir fiel plötzlich was anderes ein. „Hat einer von euch ’ne Taschenlampe dabei?“
Natürlich nicht. Betreten sahen wir uns an.
Jonas zuckte die Achseln. „Na, dann versuchen wir’s eben mit meinem Feuerzeug.“
„Oder morgen …?“, begann Simon, doch Jonas und ich waren uns einig. „VERGISS ES!“
Über den menschenleeren Strand schlenderten wir zum Rand der Klippen hinüber. Sand knirschte in meinen Schuhen und es war ein seltsames Gefühl, hier draußen zu sein. Es gab keine Strandkörbe, keine Boote – nichts. Hier kam offenbar nur selten jemand her.
Die Höhle war ein schwarzer Schatten oben in der Felswand. Ziemlich weit oben, fand ich. „Wie zum Teufel kommen wir da rauf?“
„Dort drüben kann man hochklettern“, sagte Simon. „Ich zeigs euch.“
Er sprang auf einen der mächtigen Felsblöcke, die aus dem Meer aufragten. „Kommt schon, es ist leichter, als es aussieht.“
Das stimmte sogar. Von dem Felsen aus hangelten wir uns über unangenehm spitze Steinbrocken bis auf einen schmalen Vorsprung. Die Höhle war nun direkt über uns. Und das Meer und der Strand verdammt weit unten.
„Wow“, sagte Jonas. „Ganz schön hoch …“
Ich sah lieber nicht runter. „Wie geht’s jetzt weiter?“
Simon zwängte sich in eine mit Gestrüpp zugewucherte Felsspalte. „Hier lang …“
Kurz darauf standen wir keuchend im Höhleneingang. Jonas angelte nach seinem Feuerzeug. „Na, dann lasst uns dem Drachen mal einen Besuch abstatten!“
Besonders viel Licht gab das Ding nicht her. Die zuckenden Schatten auf der Felswand hatten etwas Unheimliches und ich bekam eine Gänsehaut.
„Äh …“ sagte ich, aber da war Jonas schon in die Höhle geschlüpft.
„Ich geh nicht rein!“, sagte Simon hastig. „Ihr seid verrückt, wenn ihr da reingeht.“
Ich überlegte noch, als Jonas Stimme dumpf aus der Höhle drang. „He, was ist los mit euch Feiglingen? Kommt ihr nun endlich oder nicht?“
Da tastete ich mich hinter ihm her.
Es war verflucht eng da drin. Die Wände fühlten sich kalt und glitschig an und kühler Modergeruch lag in der Luft. Fast so, als würde man durch sein eigenes Grab spazieren. Als ich Jonas Rücken vor mir spürte, atmete ich auf. „Kannst du nicht warten, Mann?“
Er gab ein undefinierbares Grunzen von sich. Die Höhle verbreiterte sich allmählich, so dass ich mich neben ihn schieben konnte. Im gleichen Moment löschte er das Feuerzeug.
Ich bekam fast einen Herzstillstand. Panisch drehte ich mich um und knallte mit dem Kopf voll gegen die Felswand. „Au, scheiße, du Idiot!“
Begeistertes Kichern war die Antwort. „Du hast Angst, was?“
„Mach sofort das Feuerzeug wieder an!“
Er tat es und mein Herzschlag normalisierte sich wieder. Dafür tat meine Schläfe höllisch weh - das linke Auge begann bereits zuzuschwellen. „Super! Vielen Dank für das Veilchen!“
Jonas entschuldigte sich lachend.
Die Höhle wurde hier hinten deutlich niedriger. Langsam und gebückt gingen wir weiter, während ich meine Stirn abtastete und leise vor mich hinfluchte.
Jonas hörte nicht auf zu feixen. „Warum hast du dich überhaupt so erschreckt? Glaubst du etwa an Simons Schauermärchen?“
Ich hatte Simon ja nicht zugehört. „Was für Schauermärchen? Drachen gibt’s hier bestimmt nicht!“
„Simon sagt, hier spukt der Geist eines toten Mädchens. Sie heißt Sophie. Seine Großmutter hat ihm die Geschichte erzählt.“
„Ach nee …“
„Doch! Das Mädchen war wohl die uneheliche Tochter eines Herzogs. Niemand weiß es genau. Aber ihre Mutter war jedenfalls die letzte Hexe, die sie hier in der Gegend verbrannt haben.“
Mir lief ein Schauer über den Rücken. „Und Sophie? Haben sie die auch verbrannt?“
„Nein. Sie war erst vier Jahre alt. Die Dorfbewohner wussten nicht, was sie mit dem Hexenbalg tun sollten. Vielleicht hatten sie auch Angst vor dem Herzog. Also haben sie sie heimlich nachts hierher gebracht. Und überall herumerzählt, in der Höhle hause ein böser Drache. Um zu verhindern, dass jemand hier raufkommt.“
„Und was ist mit ihr passiert?“
Jonas zuckte die Achseln. „Keine Ahnung. Vielleicht ist sie von den Klippen gestürzt? Oder verhungert? Simon sagt, keiner hat sie mehr gesehen. Aber seitdem spukt ihr Geist in der Höhle.“
„Danke, das reicht!“, sagte ich und blieb stehen. „Lass uns abhauen!“
„Warte doch mal! Simon sagt, dass weiter hinten in der Höhle jede Menge alter Münzen rumliegen müssen. Ein richtiger Schatz!“
„Was denn für ein Schatz?“
„Seine Großmutter sagt, dass viele Dorfbewohner in den letzten Jahrhunderten heimlich doch hierher kamen. Um ihre Seelen von dem Fluch freizukaufen, den Sophies Mutter über sie verhängt hatte.“
„Was für ein Unsinn“, sagte ich.
Aber Jonas bestand darauf, wenigstens noch ein Stück weit in die Höhle zu kriechen. „Sei doch kein Spielverderber, Ben. Bitte! Nur noch bis da vorn, wo es heller wird!“
Da vorn wurde es heller, weil die Höhle in einer Art Schacht endete, durch den von oben blasses Mondlicht hereinfiel. Die Wände waren salzverkrustet und der felsige Boden mit einer Sandschicht überzogen. Es sah aus wie in einem unterirdischen Gefängnis.
„Ben, sieh doch!“ Jonas bückte sich und hob etwas Glänzendes aus dem feuchten Sand. „Ich glaubs nicht! Da – noch mehr!“
„Was?“ Im Halbdunkel und mit dem zugeschwollenen Auge konnte ich kaum was erkennen.
„Geld!“, rief Jonas. „Alte Münzen! Simon hat nicht gelogen!“
Ich starrte ihn ungläubig an. Träumte ich? Aber das wütende Pochen in meiner linken Schläfe bewies, dass ich wach war.
„Wir sind reich, Mann!“ Jonas fiel auf die Knie und begann wie ein Wahnsinniger, im Sand zu wühlen. „Hier sind bestimmt hunderte davon!“ Neben seinem Kopf erschien ein schwaches blaues Leuchten.
Es gefiel mir nicht. Es gefiel mir ganz und gar nicht. „Jonas …?“
Er achtete nicht auf mich. Das Leuchten wurde intensiver, aber ich konnte die Lichtquelle nicht ausfindig machen. „Jonas …?“
Auf einmal hatte ich ganz deutlich das Gefühl, dass wir nicht allein in der Höhle waren. Jemand sah mich an. Jemand, der das blaue Licht ausstrahlte. Jemand, der hinter mir stand. Und jetzt spürte Jonas es auch. Er fuhr hoch, sah an mir vorbei und gab ein entsetztes Stöhnen von sich. Sämtliche Haare in meinem Nacken stellten sich auf, während ich mich langsam umdrehte.
Da stand sie. Sophie. Mit tiefblau leuchtenden Augen. Die ganze Gestalt schimmerte in der Dunkelheit. Wie erstarrt stand ich da. Ließ es geschehen, dass sie näher kam und mir sanft über den Arm strich.
„So lange …“ Ihre Stimme war die eines kleinen Mädchens. Eines sehr einsamen kleinen Mädchens. „Bringst du mich nach Hause …?“
„Oh, mein Gott“, keuchte Jonas. „Oh, mein Gott, fass sie ja nicht an, Ben!“
Eine kleine weiße Hand schob sich in meine. „Bringst du mich nach Hause ...?“
„Lauf!“, schrie Jonas, boxte mich in die Seite und rannte an mir vorbei. „Raus hier!“
Ich konnte nicht. Sie stand direkt vor mir. Hielt mich mit den Augen fest. Dort, wo sie mich berührte, brannte die Haut.
„Ben, komm schon!“, schrie Jonas.
Aber ich konnte nicht.
Jonas merkte, dass ich ihm nicht folgte und blieb stehen. Drehte sich um. Sah mich an. Sah Sophie an. Und zog in wilder Entschlossenheit sein Messer.
„Jonas, tu …“ Das nicht, hatte ich sagen wollen, aber da stach er schon zu.
Seine Hand schoss vor und fuhr ohne jeden Widerstand durch Sophie hindurch, als sei sie nur ein Schatten. Fast gleichzeitig explodierte ein scharfer Schmerz in meinem Magen. Ich taumelte gegen die Felswand. Tastete nach unten und erstarrte, als ich den klebrigen Griff zu fassen bekam.
„Ben?“ Jonas wurde kalkweiß. „Ben?“
Warme Flüssigkeit strömte über meine Hände und der metallische Geschmack in meinem Mund verstärkte sich. Meine Knie wurden weich.
„Ben, oh Gott, das wollte ich nicht …“ Jonas Stimme verlor sich in einem heiseren Krächzen. Es klang, als sei er kurz davor, den Verstand zu verlieren. Ganz langsam begann er rückwärts zu gehen. „Ich, ich, Simon … - wir holen Hilfe!“
„Jonas, du …“ Die Worte kamen nur mühsam aus meinem Mund. Sprechen war auf einmal entsetzlich anstrengend. „He, du … kannst mich doch … hier nicht … allein …“
Er konnte. Er war schon verschwunden, bevor ich den Satz vollständig über die Lippen gequält hatte.
Ich fasste es nicht. Da rammte mir mein bester Freund ein Messer in den Bauch und haute einfach ab. Das konnte alles nicht wahr sein … Aufstöhnend schloss ich die Augen.
Da war sie wieder. Sophie. Mit ihrer kleinen Hand berührte sie behutsam meine Wunde. Ich zuckte zurück. Aber es tat nicht wirklich weh. Eigentlich spürte ich gar nichts.
„Bringst du mich nach Hause? Jetzt?“ Voller Vertrauen blickte sie mich an.
Ich lächelte schwach. „Ich glaube, das ist keine gute Idee …“
Der Druck ihrer Hand verstärkte sich. „Bitte!“
Ich sah in das tiefblaue Leuchten ihrer Augen. Lange. Sehr lange. Das Blau floss durch mich hindurch, bis ich begriff, dass von Sophie keine Gefahr ausging. Sie war nur ein kleines Mädchen. Ein verängstigtes kleines Mädchen. Nichts weiter.
Sie brauchte jemanden, der sie nach Hause begleitete.
Nach Hause – wo auch immer das war …
Plötzlich war ich vollkommen ruhig. Immer noch lächelnd legte ich meine blutverklebte Hand auf ihre. „Okay, Sophie - gehen wir.“
Als ich wieder zu mir kam, war ich allein.
Mühsam rappelte ich mich hoch. Mir war kalt und schwindlig und über der linken Schläfe hatte ich eine faustgroße Beule. Auch sonst tat mir alles weh.
Etwas klirrte neben meinem Turnschuh – Jonas Messer. Noch leicht benommen bückte ich mich und steckte es ein. Dann torkelte ich einfach los. In der verdammten Höhle war es stockfinster, aber von ganz weit her hörte ich leise Stimmen. Sie schienen zu streiten.
„Jonas?“, rief ich. „Simon?“
Die Stimmen verstummten. Aber am Ende fand ich den Weg auch allein. Als ich aus der Höhle trat, starrten die beiden mich an, als sei ich ein Geist.
„Oh, Mann!“ Simon fand als erster die Sprache wieder. „Jonas dachte, du bist tot!“
Ich wusste nicht, was ich darauf sagen sollte.
„Was …“, stammelte Jonas. „Was ist mit, mit …?“
„Damit?“ Ich hielt ihm sein blutiges Messer entgegen. „Das war nur ein Kratzer, du Arschloch! Du hast meine Gürtelschnalle getroffen!“
Zum Beweis hob ich mein T-Shirt und zeigte ihm das verbogene Metall.
Jonas konnte es nicht glauben. „Scheiße, Alter, ich dachte wirklich, ich hätte dich umgebracht!“ Er sprang wie ein Verrückter um mich herum. Umarmte mich. Lachte. Heulte. Alles gleichzeitig.
Als er sich endlich wieder beruhigt hatte, nahm ich das Messer, holte weit aus und schleuderte es ins Meer. Irgendwo weit draußen schlug es mit leisem Klatschen auf den Wellen auf.
„Schaff dir ja kein neues an!“, drohte ich. „Sonst bist du die längste Zeit mein Freund gewesen!“
Es dauerte etwas länger, Simon davon zu überzeugen, dass mit mir alles in Ordnung war. Noch länger dauerte es, ihn zu überreden, die Münzen aus der Höhle zu holen.
„Aber ich will nichts von dem Geld haben!“, sagte er, als wir ihn endlich soweit hatten. „Du, Ben?“
Nein, ich auch nicht. Ganz bestimmt nicht.
„Dann geben wir es eben dem Dorf zurück“, sagte Jonas.
Genau das taten wir.
Wir lieferten den Fund nach unserer Rückkehr beim Bürgermeister ab, der völlig aus dem Häuschen geriet und auf der Stelle einen Termin mit dem Gemeindeblatt organisierte. Der Lokalreporter schrieb einen begeisterten Artikel über uns und schickte gleich noch einen Fotografen. Der postierte Jonas und Simon und mich am Strand, wo wir gezwungen in die Kamera lächelten. Von wegen strahlende Helden und so – alles gelogen! Aber am nächsten Morgen erschien das Bild in der Zeitung. Und unsere Mütter waren sehr stolz auf uns.
Nein, wir sind keine Helden. Keiner von uns.
Simon ist ein harmloser Spinner – und manchmal ein Feigling. Jonas ist mein bester Freund – und manchmal ein Mörder. Und ich? Tja, ehrlich gesagt, keine Ahnung, was ich bin.
Ein netter Kerl vielleicht. Und manchmal …?
Platz 7 und somit veröffentlicht in der Wettbewerbsanthologie "Strahlende Helden", Storyolympiade 2003.